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SiMo
05.04.2009, 21:40
Moin Leute,

ich habe letztes Jahr in Kroatien jemanden kennengelernt mit dem ich immernoch guten Kontakt habe - er hat mich gebeten die Story Leuten nahezu bringen die vielleicht etwas bewegen können! Ich habe mich deshalb an euch gewand! Die Story hat mich bewegt aber allein kann ich sowas einfach nicht tragen - auch wenn der Hintergedanke da ist, etwas gutes zu tun, was wirklich etwas bringt! Aber lest selbst...



Über mich selbst

Mein Name ist Michel Dingler und ich bin 20 Jahre alt. Ich lebe in Staufen in der Nähe von Bad Krozingen. Ich habe 2008 mein Abitur im sozialpädagogischen Zweig am Angell in Freiburg erfolgreich bestanden. Für mich war es schon seit längerem klar, dass ich nach dem Abitur eine Zeit lang ins Ausland will. So habe ich mich im April 2008 für einen Volunteering Service entschieden und mich bei der Organisation Via e.V. beworben. Im August bekam ich dann eine Zusage für ein Kinderheim in Nairobi, Kenia namens Mama Ngina Childrens Home.
Nun lebe und arbeite ich seit November 2008 in Nairobi. Es ist ein wunderbares Land mit unglaublich vielseitigen Fassetten.



St. Emanuel 29.01.2009
Vor einigen Jahren wurde ein sechs Jahre alter Junge von vier Teenagern vergewaltigt. Dies geschah in einem der Slums von Nairobi. Mein Freund und Mentor David Monari hier in Nairobi fand den Jungen und brachte ihn ins Krankenhaus. David berichtete, dass der Junge weder liegen, sitzen noch laufen konnte. So sehr hatten ihm seine Peiniger zugesetzt.
Zu diesem Zeitpunkt beschloss David, dass er versuchen will seinen Beitrag zu leisten, Kinder vor solchen Erfahrungen zu bewahren. Die Idee von dem Kinderheim St. Emanuel entstand.
David hat sich ein genaues Konzept überlegt. Den ersten Grundsatz legte er darin fest, dass er entschied das Heim ein ganzes Stück außerhalb von Nairobi zu bauen, um die Kinder vor der kriminellen Energie der Stadt zu schützen. Nairobi hat etwa knappe 4 Millionen Einwohner, von denen aber alleine schon 1,5 Millionen im Slum Kibera leben. Dem entsprechend ist die Kriminalitätsrate sehr hoch.
Davids Idee ist es ein Heim zu bauen, das sowohl eine Primary School (Grundschule) für jüngere Schüler beherbergt, als auch ein eine Art Berufsschule für Mädchen, welche die Secondary School bestanden haben. Die Mädchen sollen dort Dinge wie Nähen, Kochen, Frisieren, Wäschewaschen und andere Tätigkeiten erlernen, damit sie nach ihrer Zeit in St. Emanuel einen leichteren Einstieg ins Berufsleben haben und somit einer Rückkehr in ein Slum vorbeugen können.
St. Emanuel soll über die Zeit wachsen. Momentan steht erst ein großes Gebäude, welches 4 Klassenräume beinhaltet und eine Latrine. Es soll eine Küche, ein Gästehaus, zwei Schlafgebäude, zwei sanitäre Häuser und ein Bürogebäude hinzugefügt werden. Das gesamte Gelände soll schließlich von einem großen Sicherheitszaun umschlossen werden, da immer noch die Gefahr besteht, dass jemand seine Chance sieht, ein leichtes Vergewaltigungsopfer in den Kindern zu finden.
Davids Konzept findet sich in der Philosophie, aus wenig möglichst viel zu erreichen. So hat er obwohl momentan erst die Klassenräume bestehen schon zwölf Kinder aufgenommen.
Ich möchte Euch zwei Geschichten erzählen, damit Ihr wisst warum er so handelt und nicht wartet bis der Komplex fertig ist.
Die erste Geschichte handelt von Effi. Effi ist neun Jahre alt. Ihre Mutter lernte einen Mann kennen. Die Mutter starb an Aids und sie blieb bei ihrem Stiefvater. Als sie fünf Jahre alt war begann er seinen Finger mit Vaseline einzuschmieren und ihn ihr in ihre Vagina einzuführen. Nach zwei Jahren, als sie sieben war begann er dasselbe mit seinem Penis zu tun. Dies tat er weitere zwei Jahre bis zu ihrem neunten Lebensjahr. Jede Nacht kam er und missbrauchte sie. Jede Nacht, über 4 Jahre hinweg bis er an Aids starb. Effis Genitalbereich ist total zerstört. Die Körperöffnung aus der sie Urin ausscheidet und ihre Vagina sind nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Ob ihr Stiefvater sie infiziert hat, muss noch geklärt werden. Sie lebt jetzt in St. Emanuel.
Die zweite Geschichte ist noch aktueller. Eine Maasaimutter brachte letztes Wochenende ihre elf Jahre alte Tochter zu David nach St. Emanuel. Sie lief 70 km durch das Land, um ihre Tochter vor ihrem Ehemann zu retten. Versteht mich nicht falsch. Ich meine nicht den Ehemann der Mutter. Es war der Ehemann der elf Jahre alten Tochter vor denen die beiden sich fürchteten. Zwangsehen in diesem Alter sind in Kenia gesetzlich verboten. Vor den traditionellen Ehen der Stämme kann die Mädchen aber niemand schützen. David hat sie aufgenommen und auch sie lebt nun in St. Emanuel.

Wie gesagt besteht St. Emanuel erst aus vier Klassenräumen. Wir haben 10 Matratzen gekauft und einen der Klassenräume als einen Jungenschlafraum, einen anderen als Mädchenschlafraum umfunktioniert. Da inzwischen schon 12 Kinder dort sind müssen sich einige Kinder eine Matratze teilen. Da es noch keinen Unterricht gibt, gehen die SchülerInnen in eine benachbarte Schule, namens Eritetti.
Einen besonders großen Erfolg konnten wir diese Woche erreichen. Wir haben für das Heim von Via e.V. (meine Senderorganisation) einen deutschen Volunteer bekommen, welcher fortan in St. Emanuel arbeiten wird. Sie heißt Maike Hegemann und ist seit gestern im Heim. Sie bekommt eine große Verantwortung übertragen. Immer wenn David nicht da ist, wird sie die Leiterin des Heims darstellen. Sie ist Leiterin, Buchhalterin, Supervisor , Organisatorin und Spielkamerad zugleich. Trotzdem habe ich keine Zweifel, dass sie ihren Job gut machen wird, gerade da sie jeder Zeit mit unserer Unterstützung rechnen kann.
Im Moment kommt das Voranschreiten von St. Emanuel aber leider aus finanziellen Gründen zum erliegen. Da jetzt Kinder in St. Emanuel leben, sind nun 2 weitere Schritte in nächster Zeit unabdingbar. Der Erste ist die Installation einer Solaranlage auf dem Dach des Heims. Momentan leben die Kinder noch ohne Licht bzw. Elektrizität. Die Anlage kostet etwa 1500 Euro. Ich selbst habe durch Spenden aus Deutschland schon 900 Euro aufgebracht. Wir sind optimistisch bald mit dem Bau beginnen zu können.
Die zweite Sache, die unbedingt bald anlaufen sollte, ist die Verbesserung der Wasserversorgung der Kinder. Im Moment bezieht das Heim sein Wasser von einem nahegelegenen kleinen Tümpel. Es ist sehr dreckig und im Prinzip nur braunes Brackwasser. Es wird in seiner reinen Form nur zum Waschen verwendet. Zum Trinken wird es mit Chlor angereichert und somit einigermaßen trinkbar gemacht.
Die Hälfte des Daches der Klassenräume ist mit Dachrinnen ausgestattet, die das Regenwasser direkt in einen 5 000 Liter Tank leitet. Geplant ist eine zweite solche Anlage, die an der zweiten Hälfte des Daches angebracht werden soll. Das Dach ist groß genug einen solchen Tank in nur einer einzigen regnerischen Nacht komplett zu füllen. Dieses Projekt kostet weitere 460 Euro.

Momentan verbringe ich, auf die Bitte von David hin zwei Wochen komplett in St. Emanuel. Er braucht mich für einige Arbeiten, die wir nun angehen können. So habe ich letzte Woche bereits die letzten Regenrinnen installiert, die den einzigen Wassertank am Gebäude nun endlich mit Wasser versorgen. Weiterhin habe ich ein Regal gebaut, damit die Kinder ihre Sachen einräumen können. Anderes Mobilar gibt es noch nicht. Diese Woche werden wir die Fertigstellung des Zauns angehen sowie mit dem Bau einer provisorischen Küche beginnen.


Nun komme ich an den Punkt, an dem ich Euch um eure Hilfe bitten muss. St. Emanuel braucht dringend finanzielle Unterstützung, um diese Fortschritte beständig weiter führen zu können.
Daher bieten wir Euch an, wenn Ihr helfen wollt, eine Partnerschaft mit einem der Kinder einzugehen. Wir haben berechnet, dass ein Kind pro Monat 25,00 ? kostet. Darin enthalten sind sowohl Kosmetik- (Binden, Seife, Toilettenpapier, etc.) und Essenskosten sowie auch die anfallenden Schulgebühren.
Wenn Ihr eine solche Partnerschaft eingehen könntet, wäre nicht nur dem Kind, sondern dem ganzen Heim geholfen, da momentan das ganze Geld, das David aufbringen kann für die Verpflegung der Kinder gebraucht wird. Wäre diese Entlastung durch eine Partnerschaft gegeben, könnten wir weiter am Fortschritt St. Emanuels arbeiten. Wenn Ihr das Geld selbst nicht aufbringen könnt, wäre ich sehr froh, wenn Ihr vielleicht Freunden und Verwandten von St. Emanuel erzählen könntet. Vielleicht findet sich jemand, der uns helfen kann. Diese Partnerschaft wäre natürlich zeitlich gesehen nach oben hin offen, somit aber auch jederzeit kündbar. Selbstverständlich erhoffen wir uns aber eine längerfristige Zusammenarbeit.



Bei Interesse würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir eine Email schreiben könntet. Meine Emailadresse lautet: dimitsch@gmx.net

Dank unserer Senderorganisation Via e.V. sind wir auch in der Lage Spendenquittungen auszustellen.
Ich möchte des Weiteren darauf hinweisen, dass wir uns auch sehr über einmalige Spenden freuen würden. Auch hierfür bitte ich Euch, Euch an die o.g. Emailadresse zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen,
Michel Dingler



Würde mich darüber freuen, ihm ein paar gute Nachrichten zukommen zu lassen


Greez SiMo

nicky
06.04.2009, 10:57
Ja sicher, helfen ist immer gut, und 25,-? monatlich sind eigentlich für jeden von uns erschwinglich. Aber die große Frage ist immer, kommt das Geld auch wirklich dort an, bzw. wieviel davon wird für Verwaltungstätigkeiten, etc. abgezogen.

Oft ist es so, dass Du meinetwegen 50,-? spendest und bei den Bedürftigen kommen gerade mal 5? an oder sogar noch weniger.
Das empfinde ich dann als Schweinerei.

Ich will wirklich niemandem etwas böses unterstellen, aber es gibt so viele Wölfe im Schafspelz.

LGN

Norbert
06.04.2009, 11:55
Hallo,

schön dramatisch geschrieben!
So bekommt man die Leute hinterm Ofen vor, das ganze kurz vor Weihnachten oder ostern plaziert kommt bei den Menschen immer gut an.

Sorry, aber es gibt genug hungernde Menschen in Deutschland und so schlimm wie es in den Afrikanischen Ländern ist, so lasse ich selber mein Geld lieber hier in deutschland, gebe es dem Kinderheim, der Kirche direkt im Dorfe (nicht über die Kirchensteuer!) das es im Dorf bleibt oder aber der Tafel

Der Hinweiss auf Via e.V. ( http://www.via-ev.org ) lässt mich auch etwas skeptisch werden, denn das ist eine Organisation die freiwillige in andere Länder zum helfen und/oder arbeiten vermittelt und keine Organisation die sich direkt darum kümmert Spenden zu sammeln

Wieso ist der Aufruf für Spenden nicht so wie hier geschrieben im Block von Michel zu finden ? Wieso ist da nur eine Bitte für Spenden ?

http://michikenyatta.kilu.de/


ich finde es gut wenn Menschen helfen und möchte seinen Dienst nicht abqualifizieren, aber bei Spendenaufrufen werde ich immer skeptisch!

meine bescheidene Meinung dazu

Gruss

Norbert


Auszug aus der Webseite Via e.V.

wir über uns

Der Verein für internationalen und interkulturellen Austausch (VIA) e. V. wurde 1992 gegründet und ist ein gemeinnütziger Verein. Wesentliche Ziele der Vereinsarbeit sind es, internationale Kontakte zu schaffen, Verständnis für andere Kulturen zu wecken und zur Förderung von Toleranz beizutragen. Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Auslandsaufenthalte zu organisieren, bei denen Teilnehmer/innen ein intensiver Kontakt mit Menschen und ein guter Einblick in die Lebensumstände der Länder ermöglicht werden. Die meisten Mitglieder und Programmleiter/innen sind ehemalige Teilnehmer/innen unserer Programme. Wir vermitteln verschiedenste Aufenthalte im In- und Ausland ? vornehmlich freiwillige Dienste, Zivildienstersatz im Ausland, Praktika, Au-pair-Beschäftigungen und Familienaufenthalte. Außerdem bemühen wir uns um die Fortbildung von Multiplikator/innen und engagieren uns bei Projekten, mit denen wir interkulturelle Arbeit fördern. Wir unterstützen Informationsarbeit über andere Kulturen und beteiligen uns an Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.

SMdel
06.04.2009, 12:08
Hallo,

ich kenne VIA e.V. ebenfalls. Mein Großer wird über diesen Verein ebenfalls seinen ZIVI im Ausland ableisten, höchstwahrscheinlich in Irland. Dazu war es nötig einen gewissen Betrag an "Spenden" aufzubringen. Allerdings erhält er dann dort freie Kost und Logie und ne Art Taschengeld, aber er erhält keinen "Sold" oder andere Leistungen, nur das Kindergeld läuft in Deutschland weiter, somit wird dies bis zum 25. Lebensjahr gezahlt und nicht ausgesetzt, wie z.B. beim Wehrdienst bei anschließenden Studium.
Mal sehn, was mein Großer dazu sagt!

VLG Annett