manni C62
29.01.2009, 22:44
Augen auf im Straßenverkehr :!
so gemeinde, ich steige dann auch mal in das Thema des storyboards mit ein.
schonmal im voraus: entschuldigt die qualität der bilder, handy von damals.
also es war der 4.4.2005. ich wollte nur fix mit meiner simson s51 zu nem kumpel runter, der am anderen ende vom dorf wohnt.
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/53_PC230016.jpg
es war recht warm und nur eine kurze strecke zu fahren, dazu noch mein jugendlicher leichtsinn meiner zarten 16 jahre, d.h. ich hatte natürlich keinerlei schutzklamotten sondern nur meinen neusten pullover an.
bevor ich dann zu meinem kumpel fuhr machte ich noch einen kleinen abstecher zum see direkt hinterm ort. von dort wollte ich wieder zurück auf die hauptstraße. ich muss dazu sagen dass die straße an der stelle eine langgezogene kurve ist und auf beiden seiten bäume stehen.
so stand ich nun dort vorne, guckte nach links- es war frei, guckte nach rechts- es war frei, ließ die kupplung kommen, rollte auf die straße und ZACK spürte ich bloß einen heftigen schlag von der linken seite. meiner erster gedanke als ich dann auf der straße lag war "scheiße wo kam der denn her?"
durch mein flüchtiges checken ob frei war, muss anscheinend irgendwo hinter einem baum ein auto gewesen sein was mit einem flüchtigen blick nicht zu sehen war.
ja also lag ich auf der straße, es kümmerte sich gleich eine autofahrerin aus der gegenrichtung um mich und rief den krankenwagen, der rentner der mich erwischt hatte stand selbst unter schock und fragte mich irgendein wirres zeug. ich war ja selbst grade noch so anwesend.
ich versuchte mich zu bewegen doch es ging nicht, ich wollte meine beine heben, doch ich spürte weder sie noch irgendetwas anderes meines körpers. es kribbelte einfach nur an den beinen, aber mehr war nicht zu merken. natürlich vermutet man in einem solchen moment das schlimmste, doch dazu war ich rein gedanklich zum glück nicht wirklich in der lage und mein kopf stand mir irgendwo anders.
irgendwann traf der krankenwagen ein, die sanis befragten mich halt, nahmen mir den helm ab und fuhren mich ins nächste krankenhaus nach stendal.
dort schnitten sie mich aus meinem pullover und schoben mich in die röhre.
einige zeit später holten sie mich wieder heraus, zu diesem zeitpunkt konnte ich dann zumindest meine finger und arme ein winziges stück bewegen, meine beine konnte ich auch schon wieder spüren.
in der röhre war dann zu sehen dass mein 3. und 4. halswirbel nicht mehr passend auf einander saßen sondern verschoben waren zueinander.
mit dieser erkenntnis wurde ein hubschrauber aus magdeburg bestellt und mir dort ein platz auf der intensivstation reserviert.
nach einiger weile war der hubschrauber in stendal, ich wurde eingeladen und sofort ging es mit mir im gepäck wieder zurück nach magdeburg.
die folgenden 3 tage lag ich auf der ITS. die docs versuchten anfangs das ganze ohne OP zu beheben.
dies sollte so funktionieren:
sie bohrten mir unter lokaler betäubung links und rechts ein loch in den schädel, da ich ja voll anwesend war konnte ich das natürlich knirschen hören wie die sich in meinen kopf vorarbeiteten. in diesen beiden löchern wurde dann ein gestell fixiert. an diesem gestell dann ein seil, eine seilwinde und ein gewicht von 7 kg. damit erhofften die ärzte sich, dass sich der hals streckt und die wirbel von alleine wieder in die gewünschte position kommen.
das war doch nicht so erfolgreich, also folgte nach den 3 tagen ITS die OP.
also wurde ein stück knochen aus meinem becken entfernt, zwischen die beiden wirbel gepackt, und davor dann eine titanplatte und diese fest verschraubt.
in etwa so:
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/5_Bild076.jpg
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/11_Bild077.jpg
das hat den effekt, dass die beiden wirbel quasi zusammenwachsen, kurz gesagt: aus 2 mach 1
so das war die OP, direkt danach sah ich dann so aus
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/48_Ziemlich fertig.jpg
(ja ich hatte lange haare und irgendwo mussten die ja hin :-) )
ja die halskrause war dann für 3 monate mein ständiger begleiter.
ja das war denn erstmal repariert, doch bewegen war immernoch nicht wirklich drin, mit der linken hand konnte ich immerhin schon ein handy bedienen. aber das war es dann auch schon, nichmal zum selber essen hat es gereicht.
im krankenhaus gab es dann halt tägliches trainig wie ergo und so, und es wurde so ganz langsam wider besser.
am ende der insgesamt 10 tage krankenhaus konnte ich immerhin schon wieder laufen, alleine anziehen war schwer aber mit geduld möglich.
darauf folgten dann 2 monate reha in magdeburg, um ehrlich zu sein dachte ich mir wirklich was das für schwachsinns-therapien sind, aber am ende war wirklich zu merken dass sowas wie körbeflechten und kneten echt was für feinmotorik und das fingerspitzengefühl bringt.
zu guter letzt noch meine simi die danach nur noch ersatzteilspender spielen durfte
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/77_War schoen mit dir.jpg
so gemeinde, ich steige dann auch mal in das Thema des storyboards mit ein.
schonmal im voraus: entschuldigt die qualität der bilder, handy von damals.
also es war der 4.4.2005. ich wollte nur fix mit meiner simson s51 zu nem kumpel runter, der am anderen ende vom dorf wohnt.
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/53_PC230016.jpg
es war recht warm und nur eine kurze strecke zu fahren, dazu noch mein jugendlicher leichtsinn meiner zarten 16 jahre, d.h. ich hatte natürlich keinerlei schutzklamotten sondern nur meinen neusten pullover an.
bevor ich dann zu meinem kumpel fuhr machte ich noch einen kleinen abstecher zum see direkt hinterm ort. von dort wollte ich wieder zurück auf die hauptstraße. ich muss dazu sagen dass die straße an der stelle eine langgezogene kurve ist und auf beiden seiten bäume stehen.
so stand ich nun dort vorne, guckte nach links- es war frei, guckte nach rechts- es war frei, ließ die kupplung kommen, rollte auf die straße und ZACK spürte ich bloß einen heftigen schlag von der linken seite. meiner erster gedanke als ich dann auf der straße lag war "scheiße wo kam der denn her?"
durch mein flüchtiges checken ob frei war, muss anscheinend irgendwo hinter einem baum ein auto gewesen sein was mit einem flüchtigen blick nicht zu sehen war.
ja also lag ich auf der straße, es kümmerte sich gleich eine autofahrerin aus der gegenrichtung um mich und rief den krankenwagen, der rentner der mich erwischt hatte stand selbst unter schock und fragte mich irgendein wirres zeug. ich war ja selbst grade noch so anwesend.
ich versuchte mich zu bewegen doch es ging nicht, ich wollte meine beine heben, doch ich spürte weder sie noch irgendetwas anderes meines körpers. es kribbelte einfach nur an den beinen, aber mehr war nicht zu merken. natürlich vermutet man in einem solchen moment das schlimmste, doch dazu war ich rein gedanklich zum glück nicht wirklich in der lage und mein kopf stand mir irgendwo anders.
irgendwann traf der krankenwagen ein, die sanis befragten mich halt, nahmen mir den helm ab und fuhren mich ins nächste krankenhaus nach stendal.
dort schnitten sie mich aus meinem pullover und schoben mich in die röhre.
einige zeit später holten sie mich wieder heraus, zu diesem zeitpunkt konnte ich dann zumindest meine finger und arme ein winziges stück bewegen, meine beine konnte ich auch schon wieder spüren.
in der röhre war dann zu sehen dass mein 3. und 4. halswirbel nicht mehr passend auf einander saßen sondern verschoben waren zueinander.
mit dieser erkenntnis wurde ein hubschrauber aus magdeburg bestellt und mir dort ein platz auf der intensivstation reserviert.
nach einiger weile war der hubschrauber in stendal, ich wurde eingeladen und sofort ging es mit mir im gepäck wieder zurück nach magdeburg.
die folgenden 3 tage lag ich auf der ITS. die docs versuchten anfangs das ganze ohne OP zu beheben.
dies sollte so funktionieren:
sie bohrten mir unter lokaler betäubung links und rechts ein loch in den schädel, da ich ja voll anwesend war konnte ich das natürlich knirschen hören wie die sich in meinen kopf vorarbeiteten. in diesen beiden löchern wurde dann ein gestell fixiert. an diesem gestell dann ein seil, eine seilwinde und ein gewicht von 7 kg. damit erhofften die ärzte sich, dass sich der hals streckt und die wirbel von alleine wieder in die gewünschte position kommen.
das war doch nicht so erfolgreich, also folgte nach den 3 tagen ITS die OP.
also wurde ein stück knochen aus meinem becken entfernt, zwischen die beiden wirbel gepackt, und davor dann eine titanplatte und diese fest verschraubt.
in etwa so:
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/5_Bild076.jpg
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/11_Bild077.jpg
das hat den effekt, dass die beiden wirbel quasi zusammenwachsen, kurz gesagt: aus 2 mach 1
so das war die OP, direkt danach sah ich dann so aus
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/48_Ziemlich fertig.jpg
(ja ich hatte lange haare und irgendwo mussten die ja hin :-) )
ja die halskrause war dann für 3 monate mein ständiger begleiter.
ja das war denn erstmal repariert, doch bewegen war immernoch nicht wirklich drin, mit der linken hand konnte ich immerhin schon ein handy bedienen. aber das war es dann auch schon, nichmal zum selber essen hat es gereicht.
im krankenhaus gab es dann halt tägliches trainig wie ergo und so, und es wurde so ganz langsam wider besser.
am ende der insgesamt 10 tage krankenhaus konnte ich immerhin schon wieder laufen, alleine anziehen war schwer aber mit geduld möglich.
darauf folgten dann 2 monate reha in magdeburg, um ehrlich zu sein dachte ich mir wirklich was das für schwachsinns-therapien sind, aber am ende war wirklich zu merken dass sowas wie körbeflechten und kneten echt was für feinmotorik und das fingerspitzengefühl bringt.
zu guter letzt noch meine simi die danach nur noch ersatzteilspender spielen durfte
http://www.dukecity.de/misc/uploads/forum/77_War schoen mit dir.jpg